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Pflegegeld in der gesetzlichen Pflegeversicherung

Im Jahr 1995 wurde die Pflegeversicherung, als 5. Säule der Sozialversicherungen, ins Leben gerufen. Sie zählt zu den gesetzlichen Pflichtversicherungen. Es ist somit Pflicht eine Pflegeversicherung abzuschließen, hierbei ist es egal ob man gesetzlich oder privat versichert ist. Sinn der Pflegeversicherung ist es, die Kosten einer Pflege weitgehend zu decken. Anhand der folgenden Tabellen kann man jedoch erkennen, dass die gesetzlichen Leistungen nicht ausreichen um eine umfangreiche Pflege zu finanzieren. Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich nach der jeweiligen Pflegestufe. Je höher die Pflegestufe desto höher ist auch die monatliche Leistung.

Übersicht der gesetzlichen Leistungen ab 2017

Häusliche Pflege Häusliche Pflege / Pflegesachleistungen
Teilstationäre Pflege Vollstationäre Pflege
Durch Angehörige, Ehrenamtliche Helfer Bsp: Ambulanter Dienst Bsp: Zeitweise Betreuung in einer Pflegeeinrichtung Bsp.: Pflegeheim
Pflegegrad Pflegegeld Pflegegeld Pflegegeld Pflegegeld
1 -* -* -* 125,-€
2 316,-€ 689,-€ 689,-€ 770,-€
3 545,-€ 1298,-€ 1298,-€ 1262,-€
4 728,-€ 1612,-€ 1612,-€ 1775,-€
5 901,-€ 1995,-€ 1995,-€ 2005,-€

-* Entlastungsbetrag bis zu 125 Euro monatlich

Dieser Entlastungsbetrag steht jeder Person zu. Es handelt sich um eine Zusatzleistung von bis zu 125 Euro pro Monat. Die Antragsteller / Pflegebedürftigen müssen den Entlastungsbetrag bei der zuständigen Pflegekasse beantragen. Ohne Antrag kommt es auch zu keiner Auszahlung!

Reicht die gesetzliche Pflegeversicherung als Absicherung aus?

Anhand der Zahlen der obigen Tabelle kann man erkennen, dass die gesetzliche Pflegeversicherung nicht allein ausreicht. Da man für einen Pflegeheimplatz 3.500 € – 4.000€ (oder sogar noch mehr) zahlen muss entsteht eine Pflegelücke. Diese Lücke muss vom Pflegebedürftigen privat erbracht werden. Es kann also sein, dass die gesamten Ersparnisse inklusive der eigenen Rente verbraucht werden. Wer dies nicht möchte kann mit einer privaten Pflegezusatzversicherung Vorsorge schaffen.

Pflegegeld:

  • Das Pflegegeld fällt bei der häuslichen Pflege, durch Familienangehörige geringer aus als bei der stationären Pflege. Die Pflegebedürftige Person erhält bei der ambulanten Pflege jeweils den entsprechenden Satz , der für den Pflegegrad zutrifft. Wird eine Person zu Hause jedoch durch einen ambulanten Pflegedienst gepflegt, werden Pflege Sachleistungen gezahlt. Diese fallen höher aus als die reinen Pflegeleistungen.

Sachleistungen:

  • Sachleistungen werden gezahlt, wenn die Pflege im ambulanten Bereich (zu Hause) durch einen professionellen Pflegedienst ausgeführt wird. Die Höhe der jeweiligen Sachleistungen richtet sich nach dem jeweiligem Pflegegrad. Da es bei der Pflege durch einen ambulanten Dienst zu höheren Kosten kommt bekommen die Pflegebedürftigen auch höheres Pflegegeld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Leistungen stationär:

  • Wenn die Pflege in einem professionellem Pflegeheim ausgeführt wird erhöhen sich die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. In den obigen Tabellen kann man die Leistungen der einzelnen Pflegegraden nachlesen.

Entscheidend für die Höhe der Leistungen ist die Art der Pflege und der Pflegegrad. Der Pflegegrad wird durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vorgeschlagen.

Gesetzliche Pflegeversicherung: Wer ist versichert?

In der gesetzlichen Pflegeversicherung ist jeder versichert, der auch Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse ist. Dies gilt auch für die Beitragsfrei mit versicherten Personen im Haushalt. So sind z.B. Familienangehörige wie Frau und Kinder auch in der gesetzlichen Pflegeversicherung mit versichert. Menschen die sich privat versichern sind in Ihrer privaten Krankenversicherung gegen das Risiko einer Pflege abgesichert. Die Leistungen dieser Versicherungen sind identisch. Wer höhere Leistungen empfangen will muss sich zusätzlich bei einer privaten Pflegeversicherung absichern.

Wartezeiten in der gesetzlichen Pflegeversicherung

Der Antragsteller muss mindestens 2 Jahre in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert sein, um Leistungen aus dieser beziehen zu können. Ist die zu pflegende Person noch keine 2 Jahre in der Pflegeversicherung versichert bekommt Sie erst nach Ablauf der 2 Jahre Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung.


Die Werte der folgenden Tabelle sind veraltet und noch nach Pflegestufen!

Übersicht der gesetzlichen Leistungen ab 2015

Häusliche Pflege Häusliche Pflege / Pflegesachleistungen
Teilstationäre Pflege Vollstationäre Pflege
Durch Angehörige, Ehrenamtliche Helfer Bsp: Ambulanter Dienst Bsp: Zeitweise Betreuung in einer Pflegeeinrichtung Bsp.: Pflegeheim
Pflegestufe Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld
0 0,-€ 123,-€ 0,-€ 231,-€ 0,-€ 231,-€ 0,-€
I 244,-€ 316,-€ 468,-€ 689,-€ 468,-€ 689,-€ 1064,-€
II 458,-€ 545,-€ 1144,-€ 1298,-€ 1144,-€ 1298,-€ 1330,-€
III 728,-€ 728,-€ 1612,-€ 1612,-€ 1612,-€ 1612,-€ 1612,-€
Härtefall 1995,-€ 1995,-€ 1995,-€

+ Betreuungsbetrag 2015

Stufe der Pflegebedürftigkeit Leistung pro Monat
Pflegestufe I, II oder III
(ohne erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz)
104,-€
Pflegestufe I, II oder III
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des Grundbetrages berechtigt)
104,-€
Pflegestufe I, II oder III
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des
erhöhten Betrages berechtigt)
208,-€

 

Übersicht der gesetzlichen Leistungen 2014

Häusliche Pflege Häusliche Pflege / Pflegesachleistungen
Teilstationäre Pflege Vollstationäre Pflege
Durch Angehörige, Ehrenamtliche Helfer Bsp: Ambulanter Dienst Bsp: Zeitweise Betreuung in einer Pflegeeinrichtung Bsp.: Pflegeheim
Pflegestufe Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz
0 0,-€ 120,-€ 0,-€ 225,-€ 0,-€ 0,-€ 0,-€ 0,-€
I 235,-€ 305,-€ 450,-€ 665,-€ 450,-€ 450,-€ 1023,-€ 1023,-€
II 440,-€ 525,-€ 1100,-€ 1250,-€ 1100,-€ 1100,-€ 1279,-€ 1279,-€
III 700,-€ 700,-€ 1550,-€ 1550,-€ 1550,-€ 1550,-€ 1550,-€ 1550,-€
Härtefall 1918,-€ 1918,-€ 1918,-€ 1918,-€

+ Betreuungsbetrag 2014

Stufe der Pflegebedürftigkeit Leistung pro Monat
Pflegestufe I, II oder III
(ohne erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz)
0,-€
Pflegestufe I, II oder III
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des Grundbetrages berechtigt)
100,-€
Pflegestufe I, II oder III
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des
erhöhten Betrages berechtigt)
200,-€

Definition der gesetzlichen Pflegestufen

Pflegestufe I : Erheblich pflegebedürftig

  • d.h. mindestens 90 Minuten pro Tag Hilfebedarf. Auf die Grundpflege müssen mehr als 45 Minuten täglich entfallen.

Pflegestufe II : Schwer pflegebedürftig

  • d.h. mindestens 180 Minuten pro Tag Hilfebedarf. Auf die Grundpflege müssen mindestens 120 Minuten täglich entfallen.

Pflegestufe III : Schwerst pflegebedürftig

  • d.h. mindestens 300 Minuten pro Tag Hilfebedarf. Auf die Grundpflege müssen mindestens 240 Minuten täglich entfallen.
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