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Pflegetagegeldversicherung – Pflegerentenversicherung im Vergleich

Deutschland wird immer älter. Die Lebenserwartung steigt – unter anderem bedingt durch gute medizinische Versorgung – immer weiter. Ein höheres Alter führt auch zu Begleiterscheinungen: Den Auswertungen des Statistischen Bundesamtes zur Folge ist bereits jeder dritte Mitbürger über 80 Jahren pflegebedürftig. Der Gesetzgeber erkannte diese Entwicklung und führte 1995 die gesetzliche Pflegeversicherung ein, um zumindest eine Grundversorgung sicherzustellen. Doch reicht diese Grundversorgung aus, oder sollte man mit einer Pflegetagegeldversicherung oder einer Pflegerentenversicherung Zusatzvorsorge betreiben?

Die Pflegestufen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Bei der Klassifizierung der Pflegestufen spielen die Grundbedürfnisse des Menschen eine Rolle, also zum Beispiel das Führen eines Haushaltes, die eigene Ernährung oder Körperpflege. Je nach Pflegebedarf, das heißt Dauer und Häufigkeit der Pflege, die durch Familienangehörige, einen Pflegedienst oder ein Pflegeheim durchgeführt werden können, wird in die Pflegestufen I, II und III eingeordnet. Für Demenzkranke wurde eigens die Pflegestufe 0 eingeführt. Für die Einstufung ist die Krankenversicherung verantwortlich, die diese auf der Grundlage eines Gutachtens eines Arztes des Medizinischen Dienstes vornimmt. Die Vergütung erfolgt aufgrund der Pflegestufe in Sach- oder Geldleistungen.

 

Reichen die Leistungen für die tatsächlichen Kosten?

Ist die Unterbringung in einem Pflegeheim erforderlich, schlagen Kosten in Höhe von durchschnittlich 3.500,– Euro zu Buche (Quelle: Statistisches Bundesamt). Gleichzeitig erhält der Pflegebedürftige eine Zahlung in Höhe von 1.510,– Euro in Pflegestufe III. Die Differenz muss aus eigenen Mitteln, also zum Beispiel Altersrente oder Sparguthaben, entrichtet werden. Ist kein hinreichendes Privatvermögen vorhanden, werden Ehepartner, Eltern oder Kinder herangezogen. Dies bedeutet unter Umständen eine erhebliche finanzielle Belastung für die Angehörigen. Ein Beispiel: Die pflegebedürftige Person erhält neben der Leistung aus der gesetzlichen Pflegeversicherung noch eine Altersrente von 1450,– Euro. Der fehlende Betrag von 540,– Euro zu den Gesamtkosten wird von den Angehörigen eingefordert. Eine private Vorsorge in Form einer Pflegetagegeldversicherung oder einer Pflegerentenversicherung ist somit sinnvoll.

Was leisten Pflegetagegeldversicherung oder Pflegerentenversicherung?

Pflegetagegeldversicherung oder Pflegerentenversicherung sind Zusatzversorgungsprodukte, die von unterschiedlichen Gesellschaften angeboten werden. Eine Pflegetagegeldversicherung ist ein Tarif einer Krankenkasse, die Pflegerentenversicherung ist ein Produkt einer Lebensversicherungsgesellschaft. Sowohl bei der Pflegetagegeldversicherung als auch bei der Pflegerentenversicherung richten sich die Beiträge nach dem Eintrittsalter der versicherten Person, dem Geschlecht, dem Gesundheitszustand und natürlich nach der gewünschten Leistung. Die Pflegetagegeldversicherung sichert dem Versicherten im Falle einer Pflegebedürftigkeit für jeden Tag ein Tagegeld zu. Pflegestufe und Art der Pflege haben einen Einfluss auf das Tagegeld. In der Pflegestufe II wird zum Beispiel bei ambulanter Pflege je nach Gesellschaft zwischen 50 und 60 Prozent des vertraglich vereinbarten Tagesgeldes bezahlt. Bei stationärer Pflege in der Regel der volle Satz. Es gibt Gesellschaften, die einen festen Satz je nach Pflegestufe anbieten, unabhängig von der Art der Unterbringung. Die Pflegetagegeldversicherung ist eine reine Risikoversicherung, der Beitrag kann ansteigen, eine Rückerstattung erfolgt bei Kündigung nicht, der Leistungsanspruch fällt weg.Der Beitrag der Pflegerentenversicherung bleibt dagegen über die Laufzeit konstant. Im Falle der Pflegebedürftigkeit wird – abhängig von der Pflegestufe – aus diesem Vertrag eine garantierte Rente zuzüglich eines Überschussanteils gezahlt. Wird eine Pflegerentenversicherung gekündigt, erhält man die bis dahin angesammelten Überschüsse.Will man sein Privatvermögen schützen und die Angehörigen nicht finanziell belasten, ist es ratsam, eine private Vorsorge zu betreiben. Je nach finanziellen Möglichkeiten und Wünschen sind Pflegetagegeldversicherung oder Pflegerentenversicherung angemessene Produkte.
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