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Pflegezusatzversicherung: Lieber mit oder ohne staatlicher Förderung

Diese Frage lässt sich nicht so einfach pauschal beantworten. Gerade für Menschen mit schweren Vorerkrankungen wie Krebs, HIV oder Multiple Sklerose sind die geförderten Pflege Bahr Tarife meist die einzige Möglichkeit sich überhaupt zu versichern. Zwar ist die maximale Absicherungshöhe bei den reinen Pflege Bahr Tarifen sehr gering und die Wartezeit beträgt  5 Jahren, dafür werden bei diesen Tarifen keine Gesundheitsfragen gestellt. Doch was im ersten Moment wie ein Segen daherkommt, könnte sich schnell als Fluch herausstellen. Durch die fehlende Gesundheitsprüfung ist es für die Versicherungsgesellschaften schlichtweg unmöglich das jeweilige Risiko zu bewerten. Eine fehlende Risikoprüfung wird zwangsläufig die Schadensquote nach oben treiben was sich wieder auf den zu zahlenden Beitrag auswirkt. Was nützen nun die 5,-€ Förderung wenn sich der Beitrag wegen der hohen Schadensquote verdoppelt?

 Hohe Schadensquote = Steigender Beitrag

Vergleich Ungeförderte und Geförderte Tarife

Ungeförderte Tarife Geförderte Tarife
Pflegetagegeld Pflege Bahr Tarif Kombination:
Pflege Bahr + Pflegetagegeld
Förderfähig? Nein Ja Ja
Wartezeiten? Je nach Gesellschaft
zwischen 0 – 3 Jahre
Generell 5 Jahre Je nach Gesellschaft zwischen 0 – 5 Jahre
Beitragsbefreiung im Leistungsfall? Ja, je nach Gesellschaft
teilweise bereits ab Pflegegrad 1 oder 2.
Nein Ja, je nach Gesellschaft teilweise bereits ab Pflegegrad 1 oder 2.
Achtung: Gilt meist nicht für integrierten Pflege Bahr Tarif.
Werden Gesundheitsfragen gestellt?  Ja  Nein  Ja
Beitragsentwicklung? Gut, nur wenige Gesellschaften haben bisher Ihre Beiträge anpassen müssen.  Risiko:
keine Gesundheitsfragen = hohe Schadensquote
Hohe Schadensquote = steigender Beitrag
(Bekannt aus Haftpflicht, Hausrat, KFZ Versicherung)
 Risiko: wegen integrierten Pflege Bahr Tarif
Leistungshöhe frei wählbar?  Ja  Nein  Ja

Unser Tipp

Bevor Sie sich für einen Pflege Bahr Tarif mit ungewisser Beitragsentwicklung entscheiden, prüfen Sie ob nicht doch die Möglichkeit besteht bei einem normalen Pflegetagegeld-Tarif versichert zu werden. Gerade Gesellschaften wie der Münchener Verein (MV), die Württembergische, die Nürnberger oder die Allianz haben sehr kulante Gesundheitsfragen. Alle Informationen zu den jeweiligen Gesellschaften sowie die kompletten Gesundheitsfragen finden Sie in unserem Vergleichsrechner.

Meinungen anderer zum Pflege Bahr

Axel Kleinlein, Versicherungsmathematiker und ehemaliger Vorstandsvorsitzender beim Bund der Versicherten:

  • „Das Produkt ist nicht durchdacht – die Kalkulation des Pflege-Bahr war von vornherein ein Blindflug.“ Weder sei die zu erreichende Leistung hoch genug, um die Versorgungslücke zu schließen, noch sei es sinnvoll, Gesellschaften zu zwingen, jeden zu vorgegeben Kosten zu versichern. „Wenn in fünf bis zehn Jahren die ersten Leistungsfälle kommen, dann werden wir starke Beitragssteigerungen erleben.“

Analysehaus Morgen & Morgen:

  • „Kontrahierungszwang und somit eine fehlende Gesundheitsprüfung machen die geförderten Pflegetarife am Ende durch ihre höheren Risiken teurer, als die nicht geförderten Pflegetagegeldtarife.“

 

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