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Pflegeversicherung trotz Suchterkrankung (Alkohol-, Medikamenten-, Drogensucht)

Es wird geschätzt das ca. 90% aller Menschen auf verschiedene Arten eine Sucht haben. Sucht ist ein Zustand von zeitlicher Abfolge, bei welchem man angewiesen ist auf bestimmte Substanzen und Verhaltensweisen zurückzugreifen. Die Abhängigkeit ist  durch das Auftreten von Entzugserscheinungen beim Absetzen der Substanz gekennzeichnet. Der Konsumierende erhält durch immer stetig steigende Dosis, körperliche und psychische Zerstörungszeichen. Durch diese körperlichen und psychischen Zerstörungen, werden die Personen meist zu Pflegefällen.

Anbieter Pflegezusatzversicherung bei Suchterkrankungen

Die Mehrzahl der Gesellschaften bieten keine private Pflegeversicherung für Personen mit Suchterkrankungen wie Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit. Der einzige mögliche Tarif für eine Pflegeversicherung mit solch einer Vorerkrankung, ist ein Tarif der Nürnberger Pflegeversicherung.

  • Nürnberger (Tarif: PTF)

Achtung: In den Gesundheitsfragen wird nach Alkohol- oder Drogensucht gefragt. Diese Suchtarten wären ein Ausschluss Kriterium solange sie in den letzten 5 Jahren behandelt wurden oder vorlagen. Nach einer Medikamentensucht wird nicht gefragt. Somit kann man davon ausgehen, dass diese Sucht versicherbar ist. Solange die Alkohol- oder Drogensucht länger als 5 Jahre zurückliegt sollte diese auch versicherbar sein.

Diesen Tarif finden sie inklusive seiner Gesundheitsfragen in unseren Vergleichsrechner.

Abfragezeitraum für VorerkrankungenAusnahme: Fast alle Erkrankungen versicherbar wenn diese länger wie 5 Jahre zurückliegen.

Viele Gesellschaften fragen in Ihrer Gesundheitsprüfung lediglich nach Erkrankungen innerhalb der letzten 5 Jahre. Sollte Ihre Erkrankung vor diesem Zeitraum liegen, können Sie bei den folgenden Gesellschaften versichert werden.

Gesellschaft Abfragezeitraum
Nürnberger PTF 3 Jahre ambulant; 5 Jahre stationär
Allianz PZTB03 5 Jahre; vereinzelt nur 12 Monate
SDK PG 5 Jahre
R+V PKU 5 Jahre
VKB-BBKK-UKV Premium Plus 5 Jahre
Hallesche OLGA flex 5 Jahre

-> Vergleichen Sie jetzt die einzelnen Anbieter.

Was sind Suchterkrankungen?

Abhänigkeit oder Sucht, beschreibt einen Zustand des unabweisbaren Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesen Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen des Individuums.

Es gibt einen großen Teil an Risikofaktoren die eine Abhängigkeitsentwicklung begünstigen, wie fehlendes Selbstbewusstsein, Selbstüberschätzung, Gruppenzwang, Langeweile, innere Leere, Konfliktunfähigkeit, Unfähigkeit Probleme anzugehen, erwünschte Leistungssteigerung, Beziehungsstörungen, Kontaktstörungen, chronische Krankheiten, gestörte Familienverhältnisse, oftmals schwere Verluste, aber auch Schicksalsschläge.

Stoffgebundene Suchtmittel können einen rauschähnlichen Zustand verschaffen. Dieser Zustand, hervorgerufen durch verstärkte Ausschüttung bestimmter Hormone im Gehirn wie die bekannten Endorphine (Glückshormone), kann vom anfänglichen Genuss in eine Abhängigkeit führen. Auch hier spielen zusätzliche Faktoren wie die Lebenssituation und die Persönlichkeitsstruktur des Einzelnen eine wichtige Rolle, ob eine Abhängigkeit entsteht.

Verschiedene Stoffe können eine psychische oder körperliche Abhängigkeit erzeugen. Solche Stoffe werden auch als Suchtmittel bzw. als Drogen (illegale Suchtmittel) bezeichnet. Ihnen gemeinsam ist, dass sie das Bewusstsein oder das Erleben verändern und angenehm empfundene Gefühle hervorrufen können. Solche Gefühlsveränderungen reichen von einer leichten Anregung bis zu tief reichenden Veränderungen des Bewusstseinszustandes und des Gefühlserlebens. Um eine Suchterkrankung zu bekämpfen, bedarf es meist der ärztliche Hilfe oder  anderer, wie der Familie oder Freunden. Die Bekämpfung einer Suchtkrankheit verläuft dann in fünf Schritten:

Schritte einer Suchtbehandlung

Kontaktphase: Der erste Schritt in einer Suchttherapie ist die Kontaktaufnahme der abhängigen Person mit einer Beratungs- oder Betreuungsstelle. Hilfe findet man bei Selbsthilfegruppen (gibt es für jede Art der Sucht und in jeder größeren Stadt), in Suchtzentren, Suchtberatungsstellen, bei Ärzten oder Therapeuten, Sozialarbeiter und in jeder Klinik.

Motivationsphase: Ziel ist die Einsicht des Abhängigen für sein Problem sowie die Förderung des Drangs nach Suchtfreiheit.

Entgiftungsphase (körperliche Entwöhnung): Bei den stoffabhängigen Süchten erfolgt meist eine stationäre Entgiftung. In der Regel wird der Körper schrittweise vom Gift entwöhnt, um die Entzugserscheinungen in Grenzen zu halten.

Entwöhnungsphase: Unmittelbar nach dem Entzug folgt die Entwöhnungsphase. Es gibt dazu stationäre oder ambulante Fachinstitutionen. In dieser Phase soll das Leben ohne Suchtmittel erlernt werden. Sie beinhaltet: Psychotherapie, Familientherapie, Verhaltenstherapie, Sicherheitstraining, Entspannungstraining. Dauer von 6 Wochen bis zu einem halben Jahr.

Nachsorge und Rehabilitation: Bei der Nachsorge steht die Rückfallprophylaxe im Vordergrund. Außerdem soll die Wiedereingliederung in die Gesellschaft begleitet und unterstützt werden (z.B. Hilfe bei Job- und Wohnungssuche). Das geschieht mit Hilfe von Selbsthilfegruppen, Hausarzt, Wohngemeinschaften oder ambulanten Fachinstitutionen.

 

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