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In Deutschland finden die meisten Pflegestützpunkte auf Länderebene statt. Als ortsnahe, zentrale Anlaufstellen können sie schnell und barrierefrei von jedermann in Anspruch genommen werden. Dabei kommt es nicht darauf an, welchem Träger die jeweiligen Pflegestützpunkte unterstehen. Sie beraten neutral und unparteiisch, unabhängig von vorliegenden Krankheitsbildern oder Behinderungen.

Individuelles Fallmanagement

Die Beratung und Koordination erfolgt durch spezielle Fachkräfte, die sich durch ein Studium zur Sozialarbeit oder abgeschlossene pflegerische Ausbildungen qualifizieren. Die Mitarbeiter der Pflegestützpunkte

  • beraten bezüglich der Antragsstellung auf Pflegeleistung sowie des Leistungsangebotes von Pflegeversicherungen
  • erarbeiten einen der veränderten Bedarfssituation angepassten Versorgungsplan und führen diesen durch
  • kümmern sich um alle notwendigen Formalitäten
  • vermitteln und koordinieren Pflegedienste sowie Einkaufs-und Haushaltshilfen, wobei sie lokale Pflegeeinrichtungen mit einbeziehen
  • gehen auf den Erwerb von Hilfsmitteln und evtl. notwendige Umbaumaßnahmen ein
  • erstellen einen individuellen Pflegeplan

Aus gutem Grund

Durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz gibt es seit 1. Januar 2009 einen gesetzlichen Anspruch für Betroffenen und deren Angehörige auf Pflegeberatung. Wird dieses Recht aus irgend einem Grund verwehrt, kann es eingeklagt werden. Pflegestützpunkte sollen helfen, dieses Recht einfacher umzusetzen. Daher beauftrage das Bundesgesundheitsministerium das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) mit dem Aufbau von Pflegestützpunkten. Auf die Bundesländer verteilt, wurden somit zunächst 16 sogenannte Pilotstützpunkte ausgewählt, deren Mitarbeiter regelmäßigen Erfahrungsaustausch betrieben. Zur „Förderung des Aufbaus“ stellte die Pflegeversicherung 60 Millionen Euro bereit.

Ziel der Pflegestützpunkte ist, eine transparentere Gestaltung des Pflegesystems sowie insgesamt eine Verbesserung des Pflegeangebotes. Durch die Vernetzung aller Pflegeeinrichtungen soll diesbezüglich eine bessere Abstimmung und Koordination erreicht werden.

Die Entwicklung geht weiter

Nach Einschätzung der KDA waren diese Einrichtungen in allen Punkten erfolgreich. Derzeit gibt es in Deutschland, über alle 16 Bundesländer verteilt, in mehr als 550 Städten Pflegestützpunkte. Sie sind eine wichtige Anlaufstelle für alle Beteiligten, in einer unsicheren Lebenssituation und leisten gezielte Hilfe.

Trotz allem:

  •      Vergleichen Sie die Stützpunkte und Einrichtungen in Ihrer Nähe sorgfältig
  •      lassen Sie sich Adressen von der Pflegekasse geben
  •      bereiten Sie sich gut vor, notieren Sie sich zur Sicherheit wichtige Punkte und Fragen
  •      nehmen Sie wenn möglich noch eine Begleitung zum Gesprächstermin mit
  •      informieren Sie den Mitarbeiter des Pflegestützpunktes ausführlich über Ihre Situation