Jetzt Pflegezusatzversicherung vergleichen und kostenfreies Angebot anfordern.

Erste Schritte

Tarife individuell anpassen

Leistungsfilter

Krankheitsfilter

Erste Schritte

Tarife individuell anpassen

Leistungsfilter

Krankheitsfilter

Durch das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) wurden die Leistungen in der Pflegeversicherung wieder einmal überarbeitet. Diesmal jedoch wurden die Pflegestufen durch 5 Pflegegrade ersetzt. Die Pflegegrade sollen Menschen mit psychischen Erkrankungen den Menschen mit körperlichen Gebrechen gleichstellen.
Wer aktuell schon Pflegeleistungen bezieht braucht sich keine Sorgen machen. Durch die Pflegereform wird kein Pflegebedürftiger weniger Leistungen erhalten. Im Detail bedeutet dies, dass die Pflegebedürftigen entweder genau soviel finanzielle Unterstützung bekommen oder sich sogar noch verbessern.

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung 2019 / 2020

Die folgende Tabelle zeigt die Leistungen der einzelnen Pflegegraden.

Häusliche / ambulante Pflege Vollstationäre Pflege
Durch Angehörige /
Bekannte
Durch den ambulanten Dienst
oder teilstationäre Pflege
Pflegegrad 1 -* -* 125 €
Pflegegrad 2 316 € 689 € 770 €
Pflegegrad 3 545 € 1298 € 1262 €
Pflegegrad 4 728 € 1612 € 1775 €
Pflegegrad 5 901 € 1995 € 2005 €
*+ Entlastungsbetrag bis 125 € monatlich

Bei der häuslichen Pflege kann man für jeden Pflegegrad einen Entlastungsbetrag beantragen. Der Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € p. M. kann auch für Pflegesachleistungen verwendet werden.

So wird der richtige Pflegegrad ermittelt.

Schritt 1

Erfassung der Selbstständigkeit und Fähigkeiten einer Person in 6 verschiedenen Lebensbereichen (Modulen).

Die Begutachtung sowie die Ermittlung des Pflegegrades wird durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen durchgeführt.

Modul 1 (Mobilität)

Gewichtung: 10 Prozent

Bewertungskriterien

  • Positionswechsel im Bett
  • Aufstehen vom Bett
  • ins Badezimmer gehen
  • Fortbewegen innerhalb der Wohnung
  • Treppensteigen
  • stabile Sitzposition halten
  • Aufstehen aus sitzender Position
  • Umsetzen
  • sitzender Positionswechsel

.
.

Modul 2 (Kognitive und kommunikative Fähigkeiten)

Gewichtung: 15 Prozent (gemeinsam mit Modul 3)

Bewertungskriterien

  • örtliche & zeitl. Orientierungsfähigkeit
  • Erkennen von Personen des Umfelds
  • Gedächtnisleistung
  • Entscheidungen treffen
  • Verstehen von Sachverhalten
  • Risiken und Gefahren erkennen
  • Beteiligung an einem Gespräch
  • Alltagsbezogene Handlungen ausführen
  • elementare Bedürfnisse mitteilen
    .

Modul 3 (Verhaltensweisen und psychische Problemlagen)

Gewichtung: 15 Prozent (gemeinsam mit Modul 2)

Bewertungskriterien

  • motorische Verhaltensauffälligkeiten
  • selbstschädigendes Verhalten
  • physisch und verbal aggressives Verhalten gegenüber anderen
  • Abwehr von Pflegemaßnahmen
  • sonstige inadäquate Handlungen
  • nächtliche Unruhe
  • Beschädigung von Gegenständen
  • andere vokale Auffälligkeiten
    .

Modul 4 (Selbstversorgung)

Gewichtung: 40 Prozent

Bewertungskriterien

  • selbständige Körperpflege
  • rasieren und kämmen
  • Zahnpflege und Prothesenreinigung
  • Duschen, Baden, Haare waschen
  • An- und Auskleiden
  • Essen und Trinken
  • Benutzen der Toilette
  • Bewältigung von Harn- und Stuhlinkontinenz
  • Umgang mit Dauerkatheter
    .

Modul 5 (Selbstständige Bewältigung krankheits- oder therapiebedingter Anforderungen)

Gewichtung: 20 Prozent

Bewertungskriterien

  • Medikamenteneinnahme
  • Injektionen
  • Kälte- und Wärmeanwendungen
  • Blutzuckermessung und -deutung
  • Arzt- und Therapeutenbesuch
  • Umgang mit Prothese und Rollator
  • Verbandswechsel und Wundversorgung bei Stoma
  • Durchführung von Therapiemaßnahmen zu Hause

Modul 6 (Alltagsleben und soziale Kontakte)

Gewichtung: 15 Prozent

Bewertungskriterien

  • Tagesablauf gestalten
  • Ablauf des Tages ändern
  • Ruhen
  • Schlafen
  • selbstständig Beschäftigen
  • Planung in die Zukunft
  • Interaktion mit Personen des nahen und außerhalb des Umfeldes
  • Kontaktpflege
  • Planungen der Zukunft

.

Schritt 2

Addieren der ermittelten Punkte entsprechend der Gewichtung

= Gesamtpunkte

Schritt 3

Einstufung entsprechend der ermittelten Gesamtpunktzahl in einen der 5 Pflegegrade

Punkte:

12,5 – unter 27

Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

.

Pflegegrad

1

Punkte:

27 – unter 47,5

Erhebliche Beeinträchtigung der
Selbstständigkeit

.

Pflegegrad

2

Punkte:

47,5 – unter 70

Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

.

Pflegegrad

3

Punkte:

70 – unter 90

Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

.

Pflegegrad

4

Punkte:

90 – 100

Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit
besonderen Pflegeanforderungen

Pflegegrad

5

Begriffserläuterungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung

Pflegegeld:

  • Die Pflege wird im ambulanten Bereich -also zu Hause von Familienangehörigen oder Laien ausgeführt.
  • Der Pflegebedürftige erhält nach dem vorliegenden Pflegegrad das entsprechende Pflegegeld. (Siehe Tabelle: Pflege durch Angehörige / Bekannte)

Sachleistungen:

  • Wird die Pflege im ambulanten Bereich bzw. im stationären Bereich von professionellen Pflegediensten ausgeführt spricht man von Sachleistungen.
  • Der Pflegebedürftige erhält nach dem vorliegenden Pflegegrad das entsprechende Pflegegeld. (Siehe Tabelle: Pflege durch ambulanten Dienst / Vollstationäre Pflege)

Entscheidend für die Höhe der Leistungen ist die Art der Pflege und der vorliegende Pflegegrad, welcher durch den medizinischen Dienst der Krankenversicherung festgestellt wird.

Gesetzliche Regelungen

Wartezeiten in der gesetzlichen Pflegeversicherung

(1) Die Wartezeit rechnet vom technischen Versicherungsbeginn an.

(2) Sie beträgt bei erstmaliger Stellung eines Leistungsantrages

a) in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1996 ein Jahr,

b) in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1997 zwei Jahre,

c) in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1998 drei Jahre,

d) in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1999 vier Jahre,

e) in der Zeit ab dem 1. Januar 2000 fünf Jahre, wobei das Versicherungsverhältnis innerhalb der letzten 10 Jahre vor Stellung des Leistungsantrages mindestens fünf Jahre bestanden haben muss.

(3) Für versicherte Kinder gilt die Wartezeit als erfüllt, wenn ein Elternteil sie erfüllt.

(4) Personen, die aus der sozialen Pflegeversicherung ausscheiden oder von einer privaten Pflegepflichtversicherung zu einer anderen wechseln, wird die nachweislich dort ununterbrochen zurückgelegte Versicherungszeit auf die Wartezeit angerechnet

Gesetzliche Pflegeversicherung: Wer ist versichert?

Jeder der in Deutschland eine gesetzliche Krankenversicherung besitzt ist automatisch auch dort pflegepflichtversichert. Wer also bei der AOK, IKK, BKK oder einer anderen gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, ist auch dort pflegepflichtversichert. Dies gilt auch für beitragsfrei mitversicherte Familienangehörige wie Ehefrau und Kinder.

Wer eine private Krankenversicherung besitzt ist in der Regel auch über diese privat pflegepflichtversichert. Die Leistungen sind egal ob privat oder gesetzlich krankenversichert identisch.

Pflegeversicherung bis 31.12.2016 mit Pflegestufen (Altes System)

Zum 1. Januar 2017 wurden aufgrund des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) die Pflegestufen 0,I,II und III in Pflegegerade überführt. Seitdem bekommen ebenfalls noch körperliche fitte Demenz- und psychisch Kranke sowie geistig Behinderte die gleichen Pflegeleistungen wie körperlich kranke Pflegefälle.

So wurden zum 1. Januar 2017 die Pflegestufen in Pflegegerade umgewandelt:

Bis Ende 2016 ab 2017
Pflegestufe 0 Pflegegrad 2
Pflegestufe 1 Pflegegrad 2
Pflegestufe 1 + Eingeschränkte Alltagskompetenz (Demenz) Pflegegrad 3
Pflegestufe 2 Pflegegrad 3
Pflegestufe 2 + Eingeschränkte Alltagskompetenz (Demenz) Pflegegrad 4
Pflegestufe 3 Pflegegrad 4
Pflegestufe 3 + Eingeschränkte Alltagskompetenz (Demenz) Pflegegrad 5
Härtefall Pflegegrad 5

Mit der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade wurde das Begutachtungsverfahren ebenfalls angepasst. Pflegebedürftige werden nun nach einem Punktesystem bewertet. Entscheidend ist wie viel Pflege die betroffene Person gemessen am Grad der noch vorhandenen Selbstständigkeit braucht – unabhängig von geistigen und körperlichen Einschränkungen.

Für den Erhalt der Pflegeleistungen mussten Pflegebedürftige folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • keiner oder nur sehr geringer Hilfebedarf, da der Betroffene seinen Alltag trotzdem nicht alleine bewältigen kann.
  • noch nicht erfüllte Voraussetzungen der Pflegestufe I
  • Pflegegeld 123 € pro Monat

und/oder

  • Pflegesachleistungen bis zu 231 € pro Monat
  • zusätzlich gibt es noch

– Leistungen zur Verhinderungspflege
– Zuschüsse zu Pflegehilfsmitteln und zur Verbesserung des Wohnumfeldes

  • Hilfebedarf für mindestens zwei Aktionen der Grundpflege im Bereich Ernährung, Körperpflege und Mobilität
  • Mehrmals pro Woche Hilfebedarf im Haushalt
  • Zeitaufwand pro Tag mindestens 90 Minuten, davon mindestens 45 Minuten für die Grundpflege
  • Pflegegeld: 244 € pro Monat

und/oder

  • Pflegesachleistungen bis zu 468 € pro Monat
  • Mindestens 3 Mal pro Tag Hilfebedarf für die Grundpflege
  • Mehrmals pro Woche Hilfebedarf im Haushalt
  • Zeitaufwand pro Tag mindestens 3 Stunden, davon mindestens 2 Stunden für die Grundpflege
  • Pflegegeld: 458 € pro Monat

und/oder

  • Pflegesachleistungen bis zu 1.144 € pro Monat
  • bei erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf gibt es

– ein Pflegegeld von 545 € pro Monat

und/oder

– Pflegesachleistungen bis zu 1.298 € pro Monat

  • 24 Stunden Hilfebedarf für die Grundpflege
  • Mehrmals pro Woche Hilfebedarf im Haushalt
  • Zeitaufwand pro Tag mindestens 5 Stunden, davon mindestens 4 Stunden für die Grundpflege
  • Pflegegeld: 728 € pro Monat

und/oder

  • Pflegesachleistungen bis zu 1.612 € pro Monat
  • Härtefallregelung für besonders intensiven und hohen Pflegeaufwand pro Tag

Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung ab 2015 bis 31.12.2016

Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde 1995 ins Leben gerufen und ist für jeden egal ob gesetzlich oder privat krankenversichert eine Pflichtversicherung. Ziel der gesetzlichen Pflegeversicherung ist es die anfallenden Kosten einer Pflegebedürftigkeit wenigstens teilweise abzufangen.

Übersicht der gesetzlichen Leistungen ab 2015

Häusliche Pflege Häusliche Pflege / Pflegesachleistungen Teilstationäre Pflege Vollstationäre Pflege
Durch Angehörige, Ehrenamtliche Helfer Bsp: Ambulanter Dienst Bsp: Zeitweise Betreuung in einer Pflegeeinrichtung Bsp.: Pflegeheim
Pflegestufe Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz
0 0 € 123 € 0 € 231 € 0 € 0 € 0 € 0 €
I 244 € 316 € 468 € 689 € 468 € 689 € 1.064 € 1.064 €
II 458 € 545 € 1.144 € 1.298 € 1.144 € 1.298 € 1.330 € 1.330 €
III 728 € 728 € 1.612 € 1.612 € 1.612 € 1.612 € 1.612 € 1.612 €
Härtefall 1.995 € 1.995 € 1.995 € 1.995€

+ Betreuungsbetrag ab 2015

Stufe der Pflegebedürftigkeit Leistung pro Monat
Pflegestufe I, II oder III
(ohne erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz)
104 €
Pflegestufe I, II oder III
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des Grundbetrages berechtigt)
104 €
Pflegestufe I, II oder III
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des Grundbetrages berechtigt)
208 €

Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung bis 2014

Häusliche Pflege Häusliche Pflege / Pflegesachleistungen Teilstationäre Pflege Vollstationäre Pflege
Durch Angehörige, Ehrenamtliche Helfer Bsp: Ambulanter Dienst Bsp: Zeitweise Betreuung in einer Pflegeeinrichtung Bsp.: Pflegeheim
Pflegestufe Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz Pflegegeld mit Demenz
0 0 € 120 € 0 € 225 € 0 € 0 € 0 € 0 €
I 235 € 305 € 450 € 665 € 450 € 450 € 1.023 € 1.023 €
II 440 € 525 € 1.100 € 1.250 € 1.100 € 1.100 € 1.279  € 1.279 €
III 700 € 700 € 1.550 € 1.550 € 1.550 € 1.550 € 1.550 € 1.550 €
Härtefall 1.918 € 1.918 € 1.918 € 1.918€

+ Betreuungsbetrag bis 2014

Stufe der Pflegebedürftigkeit Leistung pro Monat
Pflegestufe I, II oder III
(ohne erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz)
0 €
Pflegestufe I, II oder III
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des Grundbetrages berechtigt)
100 €
Pflegestufe I, II oder III
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des
erhöhten Betrages berechtigt)
200 €

Definition der gesetzlichen Pflegestufen

Pflegestufe I : Erheblich pflegebedürftig

  • d.h. mindestens 90 Minuten pro Tag hilfebedarf. Auf die Grundpflege müssen mehr als 45 Minuten täglich entfallen.

Pflegestufe II : Schwer pflegebedürftig

  • d.h. mindestens 180 Minuten pro Tag hilfebedarf. Auf die Grundpflege müssen mindestens 120 Minuten täglich entfallen.

Pflegestufe III : Schwerst pflegebedürftig

  • d.h. mindestens 300 Minuten pro Tag hilfebedarf. Auf die Grundpflege müssen mindestens 240 Minuten täglich entfallen.