Barmer Pflegezusatzversicherung – was sie bietet und worauf Sie achten sollten
Wer nach einer Barmer Pflegezusatzversicherung sucht, möchte sich meist gegen hohe Eigenkosten im Pflegefall absichern. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der tatsächlich entstehenden Pflegekosten.
Gerade bei stationärer Pflege können schnell mehrere tausend Euro pro Monat als Eigenanteil übrig bleiben. Viele Versicherte suchen deshalb nach einer privaten Ergänzung.
Für Versicherte bedeutet das:
Es handelt sich nicht um eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse, sondern um eine private Zusatzversicherung eines externen Versicherers.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
- wie die Barmer Pflegezusatzversicherung über die HUK-COBURG funktioniert
- welche Rolle Pflege-Bahr und Kombitarife spielen
- welche Nachteile geförderte Modelle haben können
- warum ein Vergleich verschiedener Anbieter sinnvoll ist
Inhaltsverzeichnis
Warum eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist
Die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur als Teilabsicherung gedacht. Sie übernimmt also nicht alle Kosten, sondern nur einen Teil.
Das bedeutet:
- ein Teil der Pflegekosten wird übernommen
- der Rest muss selbst bezahlt werden
- Ersparnisse oder Vermögen können im Ernstfall aufgebraucht werden
Je nach Tarif kann das Geld zum Beispiel genutzt werden für:
- Pflege zu Hause
- Unterstützung durch Angehörige
- ambulante Pflegedienste
- Kosten im Pflegeheim
Kooperation: Barmer und HUK-COBURG
Die Barmer arbeitet bei Zusatzversicherungen mit der HUK-COBURG Krankenversicherung zusammen. Auch die Pflegezusatzversicherung wird über diesen Partner angeboten.
Für Versicherte heißt das:
- die Pflegezusatzversicherung ist keine Kassenleistung
- Vertragspartner ist die HUK-COBURG
- Leistungen und Bedingungen richten sich nach dem jeweiligen Tarif
Pflegetagegeldversicherung der HUK-COBURG
Ein häufiges Modell der Pflegezusatzversicherung ist die Pflegetagegeldversicherung. Dabei wird im Pflegefall ein vorher vereinbarter Geldbetrag gezahlt.
Typische Merkmale sind:
- Auszahlung je nach Pflegegrad
- frei verwendbares Pflegegeld
- Leistungen für ambulante und stationäre Pflege
Gesundheitsfragen und Wartezeiten
Bei klassischen Pflegetagegeldtarifen werden in der Regel Gesundheitsfragen gestellt. Je nach Vorerkrankung kann ein Antrag abgelehnt oder nur mit Zuschlag angenommen werden.
Typisch ist:
- Gesundheitsprüfung vor Vertragsabschluss
- mögliche Ablehnung bei Vorerkrankungen
- teilweise Risikozuschläge
Wichtig:
Dafür haben ungeförderte Tarife oft den Vorteil, dass der Versicherungsschutz schneller beginnt und die Leistungen häufig flexibler sind.
Pflege Bahr: staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung
Der sogenannte Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung.
Typische Merkmale:
- Monatliches Pflegegeld in begrenzter Höhe
- Minimaler Leistungsumfang in allen Pflegegraden
- Staatlicher Zuschuss (60 € pro Jahr) – klingt gut, ersetzt aber keine starken Leistungen
- Keine Beitragsbefreiung im Leistungsfall
- Keine Gesundheitsfragen – dafür geringere Leistungen
Gerade für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen kann Pflege-Bahr deshalb interessant sein. Trotzdem sollte man auch die Nachteile genau kennen.
Mehr Informationen zu Pflege Bahr finden sie hier:
Nachteile von Pflege-Bahr
PflegeBahr-Tarife sind als einfacher Einstieg gedacht – nicht als leistungsstarke Rundum-Absicherung.
Das Problem: Die Leistungen sind gesetzlich vorgegeben und bewegen sich nur auf Mindestniveau, während die tatsächlichen Pflegekosten deutlich höher ausfallen können.
Typische Grenzen von PflegeBahr:
- Leistungen nicht hoch genug, um große Eigenanteile zu decken
- Wartezeit von 5 Jahren, bevor voller Leistungsanspruch besteht
- Keine Beitragsbefreiung im Leistungsfall – der Beitrag läuft weiter
- Leistungshöhen je Pflegegrad sind vorgegeben und nicht flexibel anpassbar
- Staatliche Förderung fällt im Verhältnis zur Versorgungslücke gering aus
- Ungewisse Beitragsentwicklung
Kurz gesagt: PflegeBahr kann helfen – aber nicht ausreichend. Genau deshalb lohnt sich der Vergleich mit leistungsstärkeren Tarifen.
Kombitarife: Pflege-Bahr plus Pflegetagegeld
Bei der HUK-COBURG kann die Pflegeabsicherung aus mehreren Bausteinen bestehen. Dabei wird häufig ein Pflege-Bahr Tarif mit einem ungeförderten Pflegetagegeldtarif kombiniert.
Die Idee dahinter:
Die staatliche Förderung nutzen und gleichzeitig die Leistungen aufstocken.
Das kann sinnvoll sein, bringt aber auch Nachteile mit sich.
Wer sich für einen Kombitarif interessiert, sollte deshalb genau prüfen, wie hoch die Gesamtleistung im Pflegefall wirklich ist.
Trotz staatlicher Förderung ist der Gesamtbeitrag meist höher als bei einem leistungsstarken reinen Pflegetagegeldtarif.
Die Förderung gleicht die Mehrkosten und die strukturellen Nachteile des PflegeBahr (z. B. Wartezeit, begrenzte Leistungen) nicht aus.
Ist die Barmer Pflegezusatzversicherung über die HUK-COBURG sinnvoll?
Die über die Barmer beworbene Pflegezusatzversicherung kann grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung sein. Das gilt besonders dann, wenn bereits Interesse an einer Lösung über den Kooperationspartner besteht.
Trotzdem sollte man beachten:
- nicht jeder Tarif passt zu jeder Lebenssituation
- Pflege-Bahr ist nicht automatisch die beste Lösung
- Kombitarife wirken auf den ersten Blick oft attraktiver, sind aber nicht immer die stärkste Absicherung
Warum ein Vergleich der Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist
Auch wenn viele Versicherte der Barmer zuerst auf die HUK-COBURG Tarife stoßen, gibt es am Markt zahlreiche weitere Anbieter.
Diese unterscheiden sich oft bei:
- Höhe des Pflegegeldes
- Leistungen in den einzelnen Pflegegraden
- Dynamik und Anpassungsmöglichkeiten
- Gesundheitsfragen
- langfristiger Beitragsentwicklung
Pflegezusatzversicherung vergleichen und passende Angebote finden
Da sich Pflegezusatzversicherungen teilweise deutlich unterscheiden, lohnt sich ein unabhängiger Tarifvergleich:
- Anbieterübergreifend vergleichen
- Leistungen je Pflegegrad prüfen
- Beiträge transparent gegenüberstellen
- Tarife mit einfachen Gesundheitsfragen filtern
- Unverbindlich Angebote anfordern
Statistik
Private Absicherung ist wichtig! Bereits heute werden jeder zweite Mann und drei von vier Frauen im Laufe ihres Lebens pflegebedürftig. Die durchschnittliche Pflegedauer beträgt 7,2 Jahre.